Die letzten Fischer

In den nächsten Jahren wird sich die Anzahl der deutschen Küstenfischer deutlich reduzieren. Dieses Projekt will die letzten von ihnen noch einmal fotografisch por­t­rä­tie­ren.
DAS PROJEKT
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Die Idee

Es ist 05.30 Uhr, wenn Jan Hauswaldt und sein Vater den Hafen betreten. Sie gehören zu den letzten deutschen Küstenfischern. Hier oben in Schleswig-Holstein, am Rande der Lübecker Bucht, liegt der kleine Hafen von Niendorf. Wenn der alte Schiffsdiesel zu Wummern beginnt, vibriert der ganze Kai. Dann geht es hinaus in die dunkle Weite der Ostsee. Es ist 05.30 Uhr, wenn Jan Hauswaldt und sein Vater den Hafen betreten. Sie gehören zu den letzten deutschen Küstenfischern. Hier oben in Schleswig-Holstein, am Rande der Lübecker Bucht, liegt der kleine Hafen von Niendorf. Wenn der alte Schiffsdiesel zu Wummern beginnt, vibriert der ganze Kai. Dann geht es hinaus in die dunkle Weite der Ostsee.

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Die Letzten ihres Standes

Es ist 05.30 Uhr, wenn Jan Hauswaldt und sein Vater den Hafen betreten. Sie gehören zu den letzten deutschen Küstenfischern. Hier oben in Schleswig-Holstein, am Rande der Lübecker Bucht, liegt der kleine Hafen von Niendorf. Wenn der alte Schiffsdiesel zu Wummern beginnt, vibriert der ganze Kai. Dann geht es hinaus in die dunkle Weite der Ostsee.

Bei der Fahrt hinaus zu den Netzen erlebt man einen traumhaften Nachthimmel. Einige Stunden dauert die Fahrt zu den Fanggründen. Erst dann beginnt die Knochenarbeit. Sobald die Netzte heraufgeholt sind, beginnt das schlachten und ausnehmen. Nach kurzer Zeit ist das Schiff Blutrot überströmt. Überall stapeln sich Kisten voller Fisch. Während einen leblosen Augen ansehen, erzeugen die letzten Zuckungen im kühlenden Eis der Kiste eine gespenstische Atmosphäre. Mit Seefahrerromantik hat der Beruf nur wenig zu tun. Man muss als Fischer geboren werden, um durchzuhalten und ihn trotz aller härte zu liegen.

Kaum ein Wetter oder Tag, an dem die Männer nicht hinausfahren. Angst hätten Sie keine. Mit schlechtem Wetter könne man umgehen. Wer sich für ein Leben als Fischer entscheidet, tritt oftmals in die väterlichen Fußstapfen.

Viele Fischer nahmen in den vergangenen Jahren aufgrund der schwierigen Situation die Möglichkeiten des Staates an und setzten sich zur Ruhe. Eigentlich sind heute nur noch eine Handvoll alter Männer in Niendorf übrig geblieben. Sie wollten nicht aufgeben. Sie haben sich zusammengeschlossen. Der Direktvertrieb in Eigenregie konnte die Fischer aus dem Norden bisher retten. Übten laut deutschem Fischereiverband 1960 etwa 11.000 Menschen an Nord- und Ostsee den Beruf des Fischers aus, sind es heute nur noch 270.

Was in den Netzen landet, ist abhängig von der Jahreszeit und der EU. Seit Jahren wächst der Einfluss aus Brüssel und erschwert die Existenz. Die Zeiten, als man als Fischer noch gutes Geld verdiente sind längst vorbei. Die Preise sanken ins Bodenlose. Die Kosten stiegen. Man bot ihnen große Summen, damit Sie ihren Erwerb aufgeben sollten.

Durch ökonomischen Druck entwickeln sich seit Jahrzehnten immer größere Fischereischiffe und bündeln die Fangquoten. Weil die Politik die überfischten heimischen Meere schützen möchte, wird deutscher Fisch längst vor den Küsten Afrika und Alaskas heraufgeholt. Eingeführt wird die Ware über die Bremerhaven, Hamburg oder Frankfurt. Heimische Fischer verloren ihre Existenzgrundlage.
„In der arktischen Barentsee fischen die Flotten in manchen Jahren eine Million Tonnen Dorsch“, sagt Christioper Zimmermann vom Rostocker Thünen-Institut für Ostseefischerei.

Die Entscheidung der EU die Dorsch-Fangquote in der Ostsee um 56 Prozent zu reduzieren, wird endgültig das Ende dieses anachronistisch anmutenden Berufs in Deutschland bedeuten. Ab dem kommenden Jahr ist es eigentlich nicht mehr möglich auch nur noch kostendeckend zu fischen. Die Hälfte aller deutschen Küstenfischer ist heute bereits über 57 Jahre alt und kann somit sofort in Rente gehen.

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Eine Hommage an die deutsche Küstenfischerei

Das Projekt ist geplant als eine Bestandsaufnahme der letzten deutschen Küstenfischer, bevor dieser Beruf bis Ende des Jahrzehnts verschwunden sein wird.
Fotografiert wird entlang der deutschen Ostseeküsten über einen geplanten Zeitraum von rund drei Jahren.

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Die deutsche Küstenfischerei in Zahlen

Seit dem 1950er Jahren hat sich die Anzahl der Fischereifahrzeuge iin der Ostsee konstant minimiert. Grund dafür sind neben immer modernerer Technik und großen Schiffen auch regulatorische Eingriffe. Ein solcher Einschnitt waren z.b. die Einführung der EU-Fischfangquoten 1977. Durch die geplante Minimierung der Dorsch-Quote um 56% auf 5597 Tonnen für 2017 wird sich diese Entwicklung deutlich verstärken.

1593

Anzahl Ostseekutter 1955

554

Anzahl Ostseekutter 1980

167

Anzahl Ostseekutter 2016

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Portfolio / Arbeitsbeispiele

Hier einige unserer ersten Motive. Verfolgen Sie unser Projekt weiterhin online.

Impressionen
Impressionen
Impressionen
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Partner und Unterstützer

Dieses Projekt ist nur möglich dank der Unterstützung einiger Partner. Dabei sei besonders der VG-Bildkunft gedankt, die durch ihre Förderung dieses Projekt erst möglich macht. Darüber hinaus möchten wir uns beim Thünen-Institut für den fachlichen Rat und die Unterstützung bedanken.

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Über uns

Jan Kuchenbecker und Franz Bischof

Franz Bischof

Franz Bischof

Fotograf

1980 in Berlin geboren. Heute lebt und arbeitet er in Hannover wo er sein Fotografiestudium an der Fachhochschule im Jahr 2012 abgeschlossen hat. Im Jahr 2007 hospitierte er bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und arbeitete seitdem als freier Fotograf für redaktionelle Kunden und zunehmend für Auftraggeber aus dem Unternehmens- und PR-Bereich. Im Jahr 2013 gewann er das „Stern-Stipendium für junge Photographie“ und arbeitete bis Mai 2014 als Fotograf in der Redaktion des Stern in Hamburg.
Seine Schwerpunkte sind Corporate-, Industrie- und Landschaftsfotografie, Reportagen und Portraits. Er wird von „laif – Agentur für Photos & Reportagen“ vertreten.

Jan Kuchenbecker

Jan Kuchenbecker

Fotograf

1989 in Hamburg geboren, wuchs er an der Ostsee auf. Währenddessen entdeckte er seine Passion für die Fotografie und lieferte als freier Mitarbeiter unter anderem Material für BILD, den Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag und für mehrere Lokalnachrichten-Anbieter. Nach dem Abitur reiste Jan – stets mit seiner Kamera im Gepäck – quer durch Europa. Heute lebt und arbeitet er in Hannover wo er sein Fotografiestudium an der Fachhochschule im Jahr 2014 abgeschlossen hat. Im Jahr 2013 hospitierte er beim STERN und arbeitete seitdem als freier Fotograf.

Franz Bischof

Franz Bischof

Fotograf

1980 in Berlin geboren. Heute lebt und arbeitet er in Hannover wo er sein Fotografiestudium an der Fachhochschule im Jahr 2012 abgeschlossen hat. Im Jahr 2007 hospitierte er bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und arbeitete seitdem als freier Fotograf für redaktionelle Kunden und zunehmend für Auftraggeber aus dem Unternehmens- und PR-Bereich. Im Jahr 2013 gewann er das „Stern-Stipendium für junge Photographie“ und arbeitete bis Mai 2014 als Fotograf in der Redaktion des Stern in Hamburg.
Seine Schwerpunkte sind Corporate-, Industrie- und Landschaftsfotografie, Reportagen und Portraits. Er wird von „laif – Agentur für Photos & Reportagen“ vertreten.

Jan Kuchenbecker

Jan Kuchenbecker

Fotograf

1989 in Hamburg geboren, wuchs er an der Ostsee auf. Währenddessen entdeckte er seine Passion für die Fotografie und lieferte als freier Mitarbeiter unter anderem Material für BILD, den Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag und für mehrere Lokalnachrichten-Anbieter. Nach dem Abitur reiste Jan – stets mit seiner Kamera im Gepäck – quer durch Europa. Heute lebt und arbeitet er in Hannover wo er sein Fotografiestudium an der Fachhochschule im Jahr 2014 abgeschlossen hat. Im Jahr 2013 hospitierte er beim STERN und arbeitete seitdem als freier Fotograf.

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